Wolfgang Bernard's Advaita-Lehrmethode

 

 

 

 

 

E-mail Dialoge mit M.

(Januar bis Juni 1999)

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M. :
Seit ich mich erinnern kann habe ich mein Leben weder dissoziert noch assoziert gelebt. Ich habe es vielmehr erlebt. Es ist eine Position dazwischen. Ich fühlte mich nie dazugehörend. Seit ich Lesen kann suchte ich mir Lehrer, weil ich das, was ich lernen wollte, nicht von meinen Eltern lernen konnte, und auch von keinem mir begegnenden Menschen. Ich will wissen, wer oder was ich wirklich bin. Das schreibe ich und weiss doch auch, dass ich es vermeide. Doch nun wird meine innere Not immer grösser und der Wunsch hat eine Eigendynamik entwickelt.
Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich bin im Bereich EDV (Beratung und Training) selbständig tätig. Ich habe Seminare in Transaktionsanalyse, Focusing, NLP (Master Practitioner) und zuletzt in Stephens Wolinsky’s Quantenpsychologie besucht. Im Oktober beginne ich eine Feldenkrais Ausbildung.
Immer dachte ich, ich hätte es, nun würde es funktionieren, das Ziel erreicht; wobei ich nicht weiss, wo das Ziel ist. Ich setze mich nicht hin und mache Stephens Übungen, um Identitäten aufzulösen. Es brechen Stimmungen und anderes über mich herein, die ich nicht kontrollieren kann. Ich erlebe sie und bekomme all das voll mit, ich bezeuge es. Doch dann tue ich nichts. All das NLP, all die Techniken, nichts davon tue ich. Ich habe auch in Deinem Buch danach gesucht und nur die Hinweise auf die Seminare gefunden. "Jederzeit mich motivieren zu können und die Stimmungen zu ändern" habe ich mitgenommen. Das war wieder Wasser auf meine Mühlen, es noch mehr zu versuchen und wieder reinzufallen.
Ich kann nicht damit aufhören und es auch nicht zuende bringen. Ich hab es satt, auf SuchSeminare zu rennen. Ich spüre, dass da etwas ist in mir, hinter dem ich bin. Es war zu erleben, es war Ruhe und Angekommensein, nur um später umso schlimmer rauszufallen. Ich habe es aufgegeben, es zurück haben zu wollen.
Ich hatte mein Leben im Griff, dachte ich, bis mein erstes Kind zur Welt kam. Da brach all das über mich aus meinen Kindertagen herein. Die furchtbare Angst allein zu sein, und die Aggressivität meiner Eltern; nur, dass ich jetzt aggressiv war gegen mein Kind, und das liess mich fast zerbrechen.
Es gelingt mir heute, mir sehr viel Mühe, mein äusseres Leben, meine Ehe und meine Vaterschaft aufrechtzuerhalten. Doch ich träume, davon weg zu sein, dass es mich nicht mehr gibt. Das, was täglich anders gelaunt ist, das, was sich ständig in andere Frauen verliebt, das, was mir das Leben zur Hölle macht, weil es sich andauernd wiederholt.
Ich weiss nicht, was ich von Dir will Wolfgang; nicht mehr alleine sein mit all diesen Verrücktheiten. Ich habe keinen, zu dem ich darüber reden koennte. Sie gucken mich so mitleidig an, und solange ich meinen Job gut mache, darf ich auch verrückt reden.
Ich spiele mein Leben mit, bin dabei, doch nicht darin. Es ist nicht meines. Ich kann meiner Frau noch nicht einmal sagen, dass ich sie liebe, weil ich keine Liebe mehr habe; auch keine Aggressivität – es ist fast wie abgestorben sein. Ich habe in S.Jourdains Buch "Einsichten eines erleuchteten Kettenrauchers" geschaut, und mein Koan ist: ICH BIN – ALLEIN.
Ich bemerke, wie meine Merkfähigkeit nachlässt und auch das Interesse an meinem Beruf. Ich habe Computer satt. Ich mag die Feldenkraisarbeit. Sie bringt mich wieder zu meinem Körper. Den habe ich vernachlässgt, weil ich keinen Sport kein Yoga und kein Autogenes Training mache.
Was mich bewog, Dich zu kontaktieren, war schlicht und einfach die Tatsache, dass Du neben Dilts der einzige bist, der NLP mal nicht einsetzt, um andere damit zu vermatschen. Ich hatte mich von NLP weitestgehend distanziert. Dann kam Wolinsky und Dein Buch und beides führte mich zurück zu dem was ich mal sehr gerne tat, aber nie umsetzte.
Es war mir nie möglich, NLP in und für mich einzusetzen. Du hast das zum erstenmal getan. Und das gucke ich mir nun ab.
 
Wolfgang:
was tatest du gerne ohne es umzusetzen?
was genau guckst du dir ab?
was ist dein lebensziel?
 
was tatest du gerne ohne es umzusetzen?
 
M.:
Als ich während der Ausbildung NLP praktizierte gab es mich nicht mehr. Das planende und steuernde Ich war nicht da. (Ich) war im Prozess, ein Gleiten, ein Mit-dem-anderen-sein. Ohne Ziel ohne Plan. Ich war überall und nicht da.
Weitere Schritte ergaben sich von selbst oder auch nicht.
Das war nicht so, wenn ich mit mir selbst arbeiten wollte. Ich konnte es nicht umsetzen, um mein Leben zu verbessern. Nicht, dass ich die Techniken nicht gekonnt hätte, aber mein Widerstand war so gross, und den habe ich nicht in den Griff bekommen. In der Arbeit mit anderen ja, mit mir nein.
Während der Ausbildung machten wir eine Übung, in der wir klären sollten, mit was wir uns identifizieren: ich bin Mann, Vater, Liebhaber, EDV Experte usw. Dann ging es darum, die Identität herauszufinden, die die zentralste war, und dann wurde gesagt: diese ist unantastbar, wenn mir die genommen wird, dann existiere ich nicht mehr, die muss man unangetastet lassen.
genau darum geht es, wenn man ans ende seiner evolution kommen moechte: nicht mehr als identitaet zu funktionieren, und dennoch gleichwohl im taeglichen leben so tun zu koennen, als ob man sie noch haette.
wann war das (jahr)? wie lange hat es angedauert?
Ich schätze es war im Jahr 88/89. Dieses "Es gab mich nicht mehr" existierte nur während der NLP Sitzungen. Im Normalen Leben gab es mich schon. Und da war es dann doppelt schlimm, weil ich von mir verlangte, es immer und überall und vor allem mit mir umzusetzen. Es kommt auch heute noch vor, wenn ich unterrichte. Bei meinen EDV Trainings passiert es auch ab und
zu mal. Ich habe im Business Bereich einige Coaching- und NLPtrainings durchgeführt. Da ist es dann ganz extrem lange und intensiv. Ich habe kein permanentes Konzept. Ich tue, was im Moment getan werden muss. Manchmal denke ich, dass ich mich verrenne und bin dann erstaunt wie es sich entwickelt.
Gegen Ende der Ausbildung setzte ich meine Trainer in mir herab, fand sie stümperhaft und nicht ethisch. Und fand damit die ganze Methode Mist.

was genau guckst du dir ab?

Da weiterzumachen, wo damals die Identitätenarbeit aufhörte. Ich gucke mir ab, weiterzufragen. Ich gucke mir ab, den Gedanken in deinem Buch, dass wir aus 1% leben und die anderen 99% dahinter oder sonstwo sind.
Ich gucke mir ab, dass du über das hinausgegangen bist, an dem ich stehen blieb.
das laesst sich nicht abgucken/abkupfern. es kann nur anstoss fuer dich sein, daran zu glauben, zu erahnen, dass es (auch fuer dich) moeglich ist.
 
 
 
Ich gucke mir ab, NLP zunächst für mich einzusetzen und nicht für andere.
was ist dein lebensziel?

Ich habe keines. Ich habe keine Vision, kein Ziel auf das ich mich orientiere. Ziele haben in meinem Leben nie funktioniert. Wenn ich ein Ziel habe, dann ist es Ich zu sein und die Altlasten meiner Kindheit an den rechten Platz zu rücken. Ein Leben in Freisein. Freisein, Entscheidungen zu treffen ohne den Nebel und die Verfremdungen, unter denen ich aufwuchs. Mein Ziel ist es, keine Ziele zu haben, um alles wahrzunehmen was ist und mich stets neu zu entscheiden. Mein Ziel ist es, im Sein zu Sein, ohne Future Pacing, ohne Visionen die mir die Sicht verstellen.

ist dir klar, dass deine letzten beiden saetze nicht fuer den, wie ich ihn genannt habe, funktionellen teil des lebens gelten?
im sein zu sein heisst en effet, keine visionen mehr zu haben. das ganz gewoehnliche alltagsleben mit all seinen verpflichtungen steht allerdings nicht dazu im widerspruch. bitte lies "ich bin das" von nisargadatta.
wie bist du in dieser zeit mit unangenehmen ereignissen/ begegnungen umgegangen?
Ich habe sie realisiert. Und wollte sie dann NLPmäßig bearbeiten. Das ging meist schief. Ich wurde umso frustrierter. Ich habe alles glockenklar mitbekommen und NICHTS GEÄNDERT. Nichts reframed oder sonstwie beackert. Ich glaubte oder wollte, dass es für mich nicht funktionierte.
Das war nicht so, wenn ich mit mir selbst arbeiten wollte. Ich konnte es nicht umsetzen, um mein Leben zu verbessern. Nicht dass ich die Techniken nicht gekonnt hätte, aber mein Widerstand war so gross, und den habe ich nicht in den Griff bekommen. In der Arbeit mit anderen ja, mit mir nein.
was, meinst du, war der grund dafuer?
Der Grund ist, dass ich es nicht wert bin, dass es mir gutgeht. Wenn es mir besser gehen würde, und ich glücklich wäre, dann hätten meine Eltern "gewonnen". Sie würden sich das an den Hut stecken, als Feder. Ich wollte mich so lassen. Und sagen SEHT HER IHR SCHWEINE, das seid ihr schuld. Winning by loosing nennt Stephen das und ich habe es kapiert.
Kapiert heisst, dass ich damit aufhöre. Ich mache meine Mutter nicht mehr verantwortlich. Ich würde sagen, dass meine Eltern bis jetzt mein(e) Ziel(scheibe) waren, und nun wende ich meinen Blick in die anderen möglichen Richtungen.
du hast die zielscheibe erschaffen und du kannst sie einfach verschwinden lassen indem du sofort alle diesbezueglich in dir aufkommenden assoziationen wie mit einem dolchstoss toetest.
das beste wuerde sein, dass du ueberhaupt keine zielscheiben-gedanken mehr erschaffen wuerdest (bzw. sie sofort erschiessen oder sonstwie killen wenn sie auftauchen) und deinen blick dann anstattdessen nach innen (auf dein existentielles leiden, nicht frei zu sein) richtest.
Ich habe immer noch ein schlechtes Verhältnis zu mir selbst. Doch die Momente des Mögens und Selbst-freuens mehren sich. Ich bin es mir schon länger wert, Feldenkraissitzungen nehmen zu dürfen und sie zu geniessen.
Ich habe nun, nach Jourdain, angenehmere Träume.
Ich werde Wolfgang, deinen Tip beherzigen, meine äusseren Umstände wie Familie Job etc. beizubehalten.

gut.

Ich habe Angst wenn ich an dieses Ende komme dass ich im Irrenhaus lande und meine Familie ohne mich dasteht. Auch eine Identität die das sagt??

ja.
um ans ziel zu kommen (und um nicht die angst haben zu muessen, in der klapse zu landen), ist es unbedingt notwendig, funktionell zu bleiben und arbeits- und familienverpflichtungen so gewissenhaft wie moeglich zu erfuellen. staendig so handeln, als ob alles mit dir okay ist.

Auch verbringe ich mehr Zeit mit meiner Familie oder mir selbst, oder besuche Seminare. Für manche meine Geschäftspartner sieht das alles sehr nicht okay aus. Meine Familie und ich kommen gut damit zurecht.
Ich sitze gerade in Memmingen in einem Seminar und bin oft desinteressiert an den Themen, die da vorgestellt werden. Diese ganze Rennerei und Hetzerei berührt mich nicht mehr.

klingt gut.

Das sind alles Veränderungen gegenüber früher. Wie soll ich damit umgehen? Nett sein, auch wenn ich nicht mag?

ja. es sei denn, es ist an der zeit, dem anderen eine lektion zu verpassen.

Arbeiten, auch wenn es nicht nötig ist???

mach alles so, dass du nicht auffaellst. plausible entschuldigungen geben, und wenn dies nicht geht, in den sauren apfel beissen. niemand sollte mitbekommen, was dich eigentlich innerlich bewegt. sei wie ein chamaeleon, passe dich aeusserlich den umstaenden an.

 

***


Es macht mir einen grossen Spass mit Dir zu mailen, und es passt, was du schreibst. Ich nehme deine Ratschläge an und werde "undercover" weitermachen.

okay.

Seitdem ich mit Dir maile versinke ich quasi in Normalsein und Unauffäligsein und teilweise nett sein. Seitdem komme ich nicht mehr weiter. Meine bis dahin gehabten Erlebnisse verschwinden nach und nach und ich bin "normal durchschnittlich unbedeutend", etwas vor dem ich eine grosse Angst hatte.
klingt gut.
Ich akzeptiere es einfach so und sehe mal wie es weitergehen wird. Im Moment hatte ich den Impuls, dich um eine Übung zu bitte, die ich täglich machen könnte; aber ich habe auch schon die Übungen von Wolinsky nicht gemacht, deshalb lasse ich es.
Nach meinem letzten Edv-Seminar, das ich in München besucht habe, habe ich alle weiteren Seminare abgesagt - ich habe kein Interesse mehr. Ich bin so unendlich gerne bei meiner Familie, was früher eher nicht der Fall war. Auf der einen Seite würde ich sagen, ich versinke in Bedeutungslosigkeit, auf der anderen Seite komme ich eher zu mir, was immer das heissen mag.
sehr gut.
Morgen besuchen mich meine Eltern. Ich möcht gerne von Dir ein paar Ideen, wie ich mit ihnen umgehen kann, bzw. mit mir. Ich habe eine Wut auf meine Mutter, weiss aber, dass es nicht der Mensch ist, der mich vor Jahren so behandelt hat. Es ist innerlich so zerissen in mir. Auf der einen Seite hasse und verachte ich beide, auf der anderen tun sie mir leid.
niemand ist verantwortlich dafuer, dass du (noch) nicht frei bist.
alles war, wie es war, und alles ist, wie es ist.
wenn du die wut nicht mehr auf deine mutter oder irgend jemand anders projezierst, wirst du mit dem leiden deines getrenntseins (ur-credo) konfrontiert sein. diese konfrontation mit dir selbst musst du aushalten lernen, um frei werden zu koennen.
jedesmal wenn du an deine mutter denkst oder sie siehst, dann akzeptiere die in dir entstehenden gefuehle und - extrem wichtig - koppele diese gaenzlich von deiner mutter ab. akzeptiere, dass dies sehr unangenehm sein kann. Nimm dir zeit zu lernen, wie du dann damit umgehst.

 

***


Ich habe den Besuch meiner Eltern gut überstanden. Mir fällt das "normal" sein unheimlich schwer. Ich habe fast keinen Kontakt mehr mit meiner Frau, und der Job stinkt mir mehr und mehr. Ich sehe auch gar keinen Ausweg, wie es denn weiter gehen könnte.
ja, so ist das wenn sich das ur-credo manifestiert.
"the dark night of the soul". schon mal gehoert?
ich selbst habe drei jahre lang als nlp-trainer und als psychotherapeut in diesem zustand vegetiert. wichtig ist es, alles wie gewohnt weiterlaufen zu lassen. was auch immer du an den aeusseren umstaenden veraendern wuerdest, es wuerde nichts an diesem ausweglos-zustand aendern.
um befreiung dauerhaft leben zu koennen, ist es unabdingbar, sich an diese ausweglosigkeit zu "gewoehnen". da fuehrt kein weg dran vorbei. es ist "normal", das durchzustehen.
Ich bin nicht mehr glücklich, ich vernachlässige meinen Körper und lasse alles so laufen ohne wirkliches Engagement. Es ist mir alles irgendwie egal.

dies kann nicht anders sein.
Soll ich mich "zusammenreissen" oder alles fliessenlassen oder, oder?
wichtig ist nur, dass du gleichwohl alles das, was ansteht, so gewissenhaft wie moeglich machst, so als ob es dir nicht egal waere.
das macht zwar die ausweglosigkeit und das "alles egalsein" nicht weg, wird aber mit aller wahrscheinlichkeit den leidensprozess abkuerzen.
"fliessenlassen", the good old 'new age'-ideology: ab in den muell. Taugt noch nicht mal zum risseikeln. (hahaha, ich muss lachen, ich weiss naemlich nicht, wie man dieses wort richtig schreibt. was hat also mein verschrobenes hirn in dieser "ausweglosen" situation gemacht? es gaenzlich verdeutscht. J
"zusammenreissen" wuerde ich das auch nicht nennen; da steckt so etwas drin wie absichtlich mit anstrengung etwas tun, wozu man im grunde keine lust hat.
nein, das ist es nicht. es ist eher: ich scheiss drauf, wie es mir geht, ich machs einfach, weils ansteht. so wie man pinkeln geht, wenn man "muss".
was deinen koerper angeht: feldenkrais ist das beste was ich kenne.
empfehlung: regelmaessig einen guten trainer in deiner naehe aufsuchen.
bei sonstigen beschwerden: kompetenter homoeopath/akupunkteur.
Ich habe kein Interesse schlafen zu gehen und auch keines morgens aufzustehen.
auch das ist ganz normal. wenn die identitaet dabei ist, sich aufzuloesen, brechen motivationsstrategien in sich zusammen. trotzdem einfach alles weitermachen, was ansteht.
innere zustaende sind voellig egal. ob es dir gut geht oder nicht, du machst einfach das, was ansteht. nach und nach gewoehnt man sich daran, dass es egal ist, wie man sich fuehlt. dann bist du nicht mehr abhaengig von wohlbefinden oder schlechtbefinden. es wird einfach bedeutungslos werden.
und du wirst strategien entwickeln, gute, sogar exzellente arbeit zu machen oder deine vaterrolle zur zufriedenheit aller wahrzunehmen, auch wenn sich im innern schlimmste horrorszenarios abspielen.
normalerweise sollte niemand bemerken, was sich wirklich in dir abspielt. du kannst sicher sein, dass du auf dem richtigen weg bist, wenn die leute dich loben oder dir komplimente machen, dass du gesund, ausgeglichen oder sogar tatendurstig wirkst, und wenn du im selben moment in dir die auswegloseste hoffnungslosigkeit spuerst, die du dir vorstellen kannst.
darueber reden hilft auch nicht (im gegenteil), es sei denn mit jemandem, der dies aus eigener erfahrung kennt und der gleichzeitig weiss, was es bedeutet.
In einer deiner Mails hast Du von existentiellem Leiden gesprochen und einem Blick darauf werfen. Nun das habe ich vielleicht heute getan auf meiner Fahrt nach Augsburg. Meine Frau hatte mir zuvor recht deutlich zu verstehen gegeben, dass sie es für besser hält wenn wir uns trennen. Das heisst wenn ich gehen würde.
was, meinst du / sagt sie, ist der hauptgrund fuer ihren trennungswunsch?
Dass ich scheinbar nichts mehr für sie fühle. Dass ich mich verzehre für Filme wie "Der Herr der Gezeiten". Dass ich mich wie rasend in andere Frauen verliebe. Dass wir wenig Sex haben. Dass ich mit den Kindern nicht parat komme. Dass ich eher eine Belastung für sie bin. Dass ich öfter habe durchblicken lassen, dass ich glaube, ohne sie und die Kinder freier zu sein.
das ist illusion. frei sein ist unabhaengig von umstaenden. als "schwierig" angesehene umstaende sind in der regel eher foerdernd fuer den, der freiheit sucht. wenn dich deine frau nicht vor die tuer setzt, wuerde ich dir raten, vorerst nicht auszuziehen.
Ich trage das nun die ganze Zeit mit mir herum und bemerkete meine totale Interessenlosigkeit und dann war sie da in mir diese Trauer, dieses wehtun überall.
das klingt ganz normal, natuerlich und menschlich fuer mich.

Es ist die Grundstimmung meines Lebens hinter allem und jedem was ich tue diese Verzweiflung diese Trauer und auch Hoffnungslossigkeit. Vieles ging mir durch den Kopf, was soll ich nun damit machen. Welche Technik? Wo ist Hilfe, wer hilft mir nun in meinem so sein?
niemand. du bist allein damit. mit dem ur-schmerz, nicht frei zu sein. jeder, der wirklich frei sein will, muss da durch.
Ich liess dann Trauer Trauer sein. Und tat nichts um sie wegzubekommen oder ähnliches.
wahrscheinlich weil du (richtigerweise) spuerst, dass nichts wirklich hilft.
Mittlerweile bin ich im Hotel und sehe darauf zurück. doch ich spüre es noch immer, es ist wirklich ein Leiden. Es ist überall in mir und immer da, ich bemerke es nur nicht immer. Je besser die Ehe, je besser der Job, desto mehr tritt es zurück. Es ist ein permanentes inneres Heulen. Wer heult und um was?

es gibt nichts schlimmeres als den trennungsschmerz. ertrage ihn wie der indianer den marterpfahl. als du als kleines kind die diversen trotzphasen (die schubweise entstehung deines "ich") durchlebtest, hast du wahrscheinlich dasselbe gespuert. Damals hattest du die hoffnung, dass du spaeter, wenn du erwachsen sein wirst, die moeglichkeiten haben wirst, diesen schmerz durch ein erfuelltes leben wegkompensieren zu koennen. Nun ist diese (von vornherein illusorische) letzte und wichtigste hoffnung im sterbeprozess. was dann bleibt ist das nichts. dieses nichts ist freiheit.
nirvana bedeutet "nichts".
das geht nicht von heute auf morgen.
das heulen ist wie entzugserscheinungen eines junkeys. dein stoff war die hoffnung auf ein leben ohne diesen schmerz. ein leben ohne diesen schmerz ist dann moeglich, wenn sich diese hoffnung verzehrt hat und du nicht mehr von ihr abhaengig bist. dieser prozess ist begleitet von hoellischen entzugserscheinungen.
auf wundersame weise wirst du trotzdem immer genug kraft haben, deine lebensumstaende geregelt zu kriegen.

 

***

Ich habe mich heute auf deine Ratschläge eingelassen und begegne meinen Menschen freundlicher. Ich muss mich nicht gegen sie abgrenzen und ihnen zeigen, dass ich mich weiter entwickele als sie. Ich kann sie lassen. Ich habe meine Feldzüge zur äusseren ScheinSelbstBefreiung eingestellt.
Es lebt sich so leichter, für alle Mitmenschen. Ich muss den Leuten nicht mehr die Wahrheit um die Ohren hauen.
ich kann mir kaum vorstellen, dass, so wie du im moment drauf bist, jemand deine wahrheiten hoeren moechte (ist scherzhaft gemeint:).
Heute früh begann ich spontan mit Yoga und ich habe mich heute nicht überfressen. Das macht Spass.

very good.

 

***

Ich weigere mich glücklich und zufrieden zusein, dann hätten meine Eltern gewonnen. Sie hätten das Gefühl ihre Sache damals gut gemacht zu habe. Ich will dass sie leiden, wie ich gelitten habe.
Ich will auch nicht für sie sorgen wenn sie alt sind. Ich lehne sie ab, ich lehne meine KInder ab meine Frau und vor allem mich. Ich will nicht mehr ich sein. Ich willnicht mehr spitze im Beruf sein müssen. Ich will mich nicht andauernd weiterbilden müßen. Ich will einfach sein. Ein einfacher Mensch. Ohne Rachegelüste oder Sendungsbewusstsein.
Ich will zurück von da wo ich eigentlich herkam, bevor diese ganze Seifenoper begann. Ich war nun weit genug im Leben drin, ich habe mich im tun bewiesen, jetzt will ich meinen Frieden mit mir und den anderen Seienden. Ich bin müde, ganz ganz müde. Manchmal raffe ich mich auf;
versuche zu beeindrucken und nach vorne zu kommen in die Reihe der Erfolgreichen und bemerke dann wie ich das tue und dann ist Leere da.
Trostlos das ganze.
Urlaub. Auch Urlaub von mir. Weisst Du Wolfgang; ich habe manchmal echte Lust zu sterben. Dann hätte ich Frieden.
wenn es die erleuchtung nicht gaebe, haetten sich wahrscheinlich alle erleuchteten umgebracht.
"stirb bevor du stirbst" sagte mal jemand.
Ich fühle mich oft durch meine Kinder gehindert und behindert. Und wenn dann etwas passiert, brülle ich schnell und laut. Es ist das genaue Abziehbild meiner Kindheit. Ich kann und mag mich oft nicht auf meine Kinder einlassen. Meine Frau sagte sie seien Produkte unserer Liebe. Das tat weh...
Welcher Liebe, wo ist die hin? Es gibt ganz ganz seltene Glücksmomente mit Frau und den Kindern. Und in der letzten Zeit bin ich eher und mehr gerne zuhause. Doch ich bin nicht da, es ist als wäre nur ein Teil da und die anderen Teile weg. Als hätte ich diese Teile verraten als ich eine Familie gründete. Wo ich mir doch so sehr geschworen hatte nie so zu werden, geschweige denn zu heiraten oder gar Kinder zu haben.
Ich weigere mich glücklich und zufrieden zusein, dann hätten meine Eltern gewonnen. Sie hätten das Gefühl ihre Sache damals gut gemacht zu habe. Ich will dass sie leiden, wie ich gelitten habe.
Ich will auch nicht für sie sorgen wenn sie alt sind. Ich lehne sie ab, ich lehne meine Kinder ab meine Frau und vor allem mich. Ich will nicht mehr ich sein. Ich will nicht mehr spitze im Beruf sein müssen. Ich will mich nicht andauernd weiterbilden müßen. Ich will einfach sein. Ein einfacher Mensch. Ohne Rachegelüste oder Sendungsbewusstsein.

ja, das klingt gut. so, jetzt praege dir folgendes ein und erinnere dich jedesmal daran, wenn es ansteht:
deine frau, deine kinder, deine eltern existieren nur, wenn du direkt mit ihnen in kontakt bist, d.h. am telefon oder am gleichen ort. ansonsten existieren sie nur in deiner vorstellung, d.h. du erschaffst sie in deinem hirn.
wenn also kein direkter kontakt besteht, lass jeden aufkeimenden gedanken an sie sofort wieder verschwinden. wie du das machst ist egal: verdraengen, abschiessen, in den wind schicken oder was auch immer. so schnell wie moeglich. probiere aus, bis es funktioniert. es kann jedesmal dieselbe oder jedesmal eine andere strategie sein. wichtig ist, dass du es jedesmal versuchst, auch wenn es nicht immer klappt. sei staendig wachsam, damit du mitbekommst, wenn deine neuronen einen gedanken an diese personen produzieren und schreite sofort zur tat.
mit uebung wird es klappen.
halte mich auf dem laufenden, wie es sich entwickelt.

 

***


Ich habe nicht kapiert warum du das so heftig und klar sagst, und doch beginne ich es zu praktizieren. Es ist, als gäbe es einen Teil der sagt: wie kommt der dazu, das ist doch Wahnsinn das habe ich ja noch nie gehört. Und der andere Teil tut einfach ohne warum. Ich bin allein, die Geborgenheit (pseudo) der Familien ist dann weg.
ja, genau. alles ist pseudo was nicht bezug zur gegenwart hat, zu der aeusseren situation, in der
du dich gerade befindest.
Deine Formulierungen, Wolfgang, sind mir etwas zu gewaltätig. Oder sollte die Vehemenz dasein, das Ausmerzen. Ich befürchte wenn ich es so mache werden sie noch stärker ???
ausmerzen nur in letzter konsequenz, wenn nichts anderes hilft. es geht darum, gedankengefuehle an nicht anwesende personen nicht zu haben. wie du das machst ist egal. jedenfalls fuegst du dir keinen schaden zu, wenn du hierbei vehement bist.
Ich befürchte wenn ich es so mache werden sie noch stärker ???

ausprobieren, und wenn dem so ist, sofort eine andere vorgehensweise entwickeln. nehmen wir eine wespe, die mich stoert. ich wuerde es zunaechst einmal mit sanften mitteln versuchen, damit sie von mir ablaesst. wenn dies nicht wirkt, dann muss ich sie toeten. es ist klar, dass, wenn dies nicht mit einem schlag gelingt, diese wespe dann wild wird und mich erst recht stechen will.
Sollen da alle Personen integriert sein oder nur die von Dir genannten? Was ist mit so Sehnsuchtserinnerungen, das auch so angehen??

ich denke, es ist leichter, wenn man zunaechst einmal eine auswahl trifft. letzendlich geht es darum, dies auf alles nicht praesente auszuweiten. ja, sehnsuchtserinnerungen sind gift. sofort ab in den sondermuell, wenn sie aufkommen. alle gefuehle, die sich auf vergangenes (nostalgie etc.) oder zukuenftiges (sehnsucht, hoffnung auf besseres leben, schoene momente etc.) beziehen, sind giftig.
jau danke, kapiert. Ich bemerke, dass das HierSein schärfer wird.
bitte erlaeutere, was du damit meinst
.
Gestern abend habe ich die Wände den Tisch und Stuhl sehr scharf, deutlich wahrgenommen; es ist als würde ich ihn fühlen ohne mich zu bewegen, fast so als wäre ich er (der Tisch). Auch heute in der Fussgängerzone ging es mir so. Ich habe die Leute wahr-genommen. Wahr gesehen, ohne Assoziationen, ohne Urteile und Träume, einfach da. Scharf deswegen weil da nichts dazwischen war, keine Traumwattebäusche, keine rosa farbe. Diese Klarheit tat fast weh. Auch deshalb mein "scharf".
very very good. "sehen" wuerde don juan das nennen. du hast jetzt einen einblick gewonnen, was das heisst. versuche bloss nicht, es zu reproduzieren. entweder es geschieht von alleine oder es geschieht nicht.
Ich sitze hier im Hotelzimmer und bin da. Nicht mehr nicht weniger.
ja, genau. mehr ist da nicht. und nicht weniger. wirklichkeit. und dies so ist in jeder situation, in der du dich befindest, wenn du nicht an das glaubst sondern wegfilterst, was dein hirn in deiner (immer vergangenheits-oder zukunftsbezogenen) vorstellung produziert.
folgendes betrifft alles, was ich schreibe bzw. vorschlage:
1. mache nur das, was du voll mit dir selbst verantworten kannst (und vor allem nicht, weil du mich eventuell als autoritaetsperson ansiehst).
2. wenn du dich entscheidest, es zu machen, mache es fuer eine bestimmte zeit und teste aus, was es dir bringt.
ist das heute noch so, dass du versuchst, den erwartungen von autoritaetspersonen zu entsprechen?
Ich weiss nicht. Ich habe einfach vor manchen Leuten und Situationen Angst. Auch Angst, meine Rechte durchzusetzen. Im Strassenverkehr oder wenn mich jemand behindert. Durch mein Auftreten sind Konfrontationen eher selten geworden, ich vermeide Konflikte.
komisch, aber das klingt weise fuer mich.
Und ich baue das aus auf alle Personen an die ich mich binde, meine grosse Liebe, meine Enttäuschungen, ja alle sich aufdrängenden Gedanken an nicht anwesende Personen zu lassen. Ich lasse sie einfach bleiben, sie Vorüberziehen.
ja, gut.
Es funktioniert nebeneinander, aber Gefühle ?? Die gehen an meine geheimen gedachten Romanzen
schlangen?- gift ;)

Ich habe heute einiges in der Richtung getan. Gegessen wann ich Hunger hatte, ich war eher bei mir. ABER was ist mit den Träumen Hofnungen und Visionen, die das Menschsein ausmachen??

ab in den muell damit.

Es ist so wenig, das ich bieten kann. Und es berührt mich nicht, denn wem will ich was bieten. Über das was tatsächlich abläuft, kann ich nicht reden, weil es keine Worte gibt. Ja es ist mehr Raum da, wenn ich nicht so viele Gestalten mit mir herumtrage.

ja, weiter so.

Ich bin mir sicher dass ich meine Rolle nicht akzeptiert habe, ich fühle mich fehl am Platz, ja störend. Ich will nicht hier sein, will mich nicht un meine Familie kümmern, ich habe genug mit mir zu tun.
Ich will sie alle weg haben, wenn ich morgens aufstehe um meinen eigenen Weg in den Tag zu finden und nicht hören Papa hier Papa da.
Und jetzt sagen: Ja, ich akzeptiere das alles so, wäre gelogen. Es ist ein Leiden für mich, eine permanente Flucht.

eine permante flucht vor dem leiden. und genau da liegt ein teil des weges, den du beschreiten musst, wenn dir an einem ausweg gelegen ist: dieses leiden, was du deutlich spuerst, zu akzeptieren.
es gibt zwei arten von leiden: das unnuetze und das hilfreiche. grosso modo, unnuetzes leiden ist, wenn du das leiden, das dir die gegenwart deiner familie verursacht, nicht akzeptierst und fluchtgedanken hegst. hilfreiches leiden ist es, dieses spezielle leiden zu akzeptieren.
du wirst feststellen, dass dieses leiden, wenn du es akzeptierst, nuanciert ist. es ist nicht immer gleich, manchmal ist es auch gar nicht da.
lass dich ueberraschen. und kuemmere dich nicht um die gedanken, die dann entstehen. die haben eh keinen wert (jedesmal von neuem: ab in den muell. :)
das geht leider nicht ein fuer allemal.

Doch ich möchte es gerne. Und ab und zu geht das auch. Dieses VerratenGefangenAusgeliefertsein-Gefühl ist oft so mächtig, und ab in den Müll damit greift nicht.

dem stimme ich zu. akzeptieren, ertragen ohne resignation ist hier angesagt.

Mein persoenliches Wohlergehen ist für mich absolut Punkt Nr. 1. Und dann kommen die anderen.

deine kinder sind weder die ursache noch der ausloeser deines leidens (beides ist in dir selbst).
dauerhaftes wohlergehen gibt es nicht.
frei sein heisst auch, dass wohl oder unwohl, leiden oder extase egal ist. es dauert natuerlich eine weile, sich daran zu gewoehnen, hilfreiches leiden zu akzeptieren und unnuetzes leiden zu vermeiden (was oft ein und dieselbe vorgehensweise ist). im befreiungsprozess ist dieses handeln das wesentlichste element.

Solange ich ausserhalb meiner Familie unterwegs bin, geht es mir besser, aber der erste Tag wenn ich heimkomme, das ist katastrophal. Ich erkenne, dass das momentan mein grösster Stress ist. Und das will ich nicht mehr. Ich kann nicht machen, dass ich sie liebe.

klar.

Aber ich kann machen dasss die Ablehnung und das Hassen aufhört.

ja.

Ich werde hier bleiben und nicht flüchten.

gut. lerne, hilfreiches leiden zu akzeptieren. fluechten wuerde dir eine gute gelegenheit dazu nehmen.
zusammengefasst: (situationsbedingtes) leiden akzeptieren lernen, und den dabei aufkommenden gedanken keine wirklichkeit zugestehen.

 

***


Das war eine sehr umfangreiche und anstrengende E-Mail, Wolfgang.

von nichts kommt nichts, auch nicht das nichts. :)

Ich habe sie umgesetzt. Und naja, ich weiss nicht so richtig. Es ist manchmal sehr schlimm, manchmal sehr gut und manchmal irgendwie so mittendrin, offen. Es ist nicht gut darüber reden, aber ich möchte es dir doch schreiben. Vor allem deshalb weil es mir alles zu einfach vorkommt. Ich lese etwas und probiere es und irgendwie tut es, aber ich traue dem nicht. Was ist mit dem Thema aufarbeiten??? Was mit Wolinskys Identitätsarbeit, was mit den Kindheitstraumata???

jeder von uns hat sie gehabt.
die von mir vorgeschlagene "arbeit an sich selbst" visiert direkt das wesentliche.
ich habe nichts dadegen, dass leute ihre traumata aufarbeiten, wuerde dir aber vorschlagen, wenn du es unbedingt machen moechtest, dies erstmal aufzuschieben und dich, solange es fuer dich okay ist, auf das einzulassen, was ich dir anbiete und das nicht mit anderen ansaetzen
vergleichen.

Und irgendwie macht es mir Spass, das alles zu machen. Ich flüchte nicht mehr, bin hier.

gut.

Nicht unbedingt gerne und in Liebe, aber auf jedenfall hier.

sehr gut.

Was tust du für dich, hast du auch Zeiten, in denen du nicht für deine Familie da sein möchtest?

bei mir ist das eher ein "hin zum alleinsein" als ein "weg von familie". aber das empfinde ich nicht als flucht, sondern als etwas ganz natuerliches.
was bleibt fuer mich zu tun, wenn im grunde alles ist immer okay ist?

Wie ist das generell mit mentalen Ausflügen in Vergangenheit und Zukunft?

generell wuerde ich sagen: nur wenn es fuer funktionelles, d.h. planen/organisation notwendig ist.

Diese Erleuchtung, die sich entwickelt, die ist nicht das Endgültige nicht wahr, es geht immer irgendwie weiter in der Entwicklung? Das erinnert mich an Bonbonpapier, da wird auch was entwickelt.
Erleuchtung ist demnach kein Ziel, was man mal hat und dann fertig, sondern die Fortsetzung eines Weges?

na ja, es gibt schon hinweise, wenn du ueberm berg bist, aber nur dann, wenn du es mit der zeit vergleichst, als dies noch nicht der fall war.
du hast recht, nichts ist jemals endgueltig erworben. aber mit der zeit (nach ein paar jahren) stellt sich dann doch eine gewisse sicherheit ein.
bis es soweit ist, ist es fast immer unbedingt notwendig, mit einem lehrer zusammen zu sein.
die fragen nach dem sinn hoeren auf, und die beschaeftigung mit psyche oder spiritualitaet in der regel auch. ausser wenn ich meine lehrfunktion ausuebe, habe ich mit diesen themen absolut nichts am hut. ich mag es, fernsehen zu schauen, im haushalt zu arbeiten, computer/internet und meine sachen in ordnung zu halten/zu bringen und natuerlich zu lehren.

Des Weges zu sich selbst? Durch sich hindurch? In was weiss ich wohin?

ja. oder auch: "in was weiss ich NICHT wohin".

Ist es dir auch so gegangen Wolfgang, dass du dein Leben reduzierst? Nicht mehr so viele Pläne, Jobs?

ja, plaene nur soweit dies ansteht. ich mache einfach das, was gemacht werden muss.
das ist bei den meisten so, die mit mir gearbeitet haben: sie machen einfach das weiter, was sie eh schon gemacht haben.
der traum, dass es etwas in der zukunft (in 5 minuten oder in 5 jahren) gibt, was besser ist, ist geplatzt. und wenn du daran nicht mehr glaubst, dann wirst du auch nichts aus motiven wie z.b. "wenn ich dies mache, dann wird es mir gut/besser gehen" unternehmen.

Gefälligkeiten und Aktionen?

kann passieren, entsteht aber aus dem kontext heraus. kann auch das gegenteil sein. alles ist moeglich, wenn du keine lebensideologien, keine maxime mehr hast. ich falle von einer ueberraschung in die andere, wenn ich mich mal, was ich selten mache, dabei beobachte, was ich sage oder tue.
nichts ist praemeditiert, nichts basiert auf einer bestimmten philosophie.

Ich bemerke, dass ich manchmal furchtbare Erinnerungsaussetzer habe, aber das juckt mich nicht so sehr wie meine Umgebung. Mir gerät vor allem Datum und Zeit durcheinander. "Wann waren wir essen?" Meine Frau legt das als Desinteresse aus.

du wirst es nicht verhindern koennen, dass andere dein verhalten (fehl)interpretieren.
wenn du z. B. ein supergedaechtnis haettest, koennte deine frau es als "eifersucht" interpretieren. sie koennte sich staendig ueberwacht fuehlen, auch wenn du in diesem von mir aus dem blauen heraus erfundenen beispiel damit absolut nichts am hut hast.

Meine Zeitbegriffe sind anders geworden. Nur mithilfe von Wecker und Uhr bin ich pünktlich, sonst klappt es nicht.

ja, das ist normal. ein gutes zeichen. ich habe das, glaube ich, irgendwo in meinen schriften erlaeutert.
sieh zu, dass du gut organisiert bist und schreibe alles, was wichtig ist, sofort in einen terminkalender und schaue mehrmals taeglich in ihn hinein. eine zuverlaessige uhr ist auch sehr von nutzen.
das erinnerungsvermoegen bricht nach und nach in sich zusammen, aber es bleibt gerade noch soviel uebrig, dass du deine sachen geregelt kriegst. Und mehr erinnerungsvermoegen ist auch nicht notwendig. die meisten angesammelten erinnerungen sind eh wertlos. und wenn es der kontext verlangt, dann wirst du erstaunt sein, wie die notwendige information dann meistens doch, wie von geisterhand erschaffen, auftaucht.

Wenn jemand mich fragt "wie geht es dir", muss ich erstmal mal innen fragen, ob jemand gerade da ist zum antworten. Das ist schon belustigend.

das klingt gut.

Ich erobere mir den Status eines leicht vertrottelten, dicken, manchmal aggressiven Typs.

im grunde ist es ziemlich egal, welches bild die anderen von dir haben. hauptsache, du hast deine ruhe und faellst nicht weiter auf.

Das war jetzt viel geplapper, Wolfgang. Der Kontakt zu Dir ist mir jedoch sehr wichtig.

wie alfred korzybsky es formulierte: "die worte sind nicht das, worueber wir reden".

 

***

Es wird immer schlimmer, immer öfter Schreiereien mit Kindern und Frau und traurige Ruhe in mir. Irgendwie haben sich alle gegen mich verschworen.

diesen letzten satzgedanken bitte ersatzlos streichen. gewoehne dich daran, systematisch in fakten/tatsachen zu denken und interpretationen bzw. gedankenlesen sofort zu eliminieren.

Ich lese jeden Abend "Siddartha" von H.Hesse. Es ist mein liebstes Buch.

au weia. auch schoene traeume sind gift. also, auch wenns schwer faellt, weg mit hesse. diesmal nicht ab in den muell, sondern auf den flohmarkt oder in einen second hand bookshop ... oder du schenkst es deiner mutter... hahaha.
empfohlene bettlektuere: "ich bin das" von nisargadatta, dem lehrer von stephen wolinsky.

Immer öfter erlebe ich, wenn es mal ruhiger ist, das sich mein Bewusstsein, "nach hinten" zieht. Es ist, als würde ich zurückgezogen, und dann wird alles ruhig.

gut.

Ich hatte das als Kind in Fieberträumen, dass ich meinen Körper quasi durch ein umgedrehtes Fernglas wahrgenommen habe. Das hat mir sehr viel Angst gemacht. Meine NLP Trainer meinten das wären Hypnose-Halluzinationen. Ich glaube das nicht. Ich glaube das ist etwas wie die Ablösung, die ich jetzt erlebe. Etwas in mir beginnt sich voneinander zu lösen, zu separieren.

dem stimme ich zu. du hast sicher eine idee davon, was exstase ist. nun, was du schreibt, klingt wie das, was ich"instase" nenne (verstehst du intuitif die bedeutung dieses wortes?), eine wichtige etappe auf dem weg zur befreiung.

Die Polaritäten werden nun sehr stark, stundenweise geht es mir sehr gut in der Familie, dann könnte ich sie umbringen. Und dann bin ich wieder phasenweise in der Mitte. Alle diese Zustände wechseln sehr schnell durch.

ja, gut. normal. wie in einem zyklon. und manchmal bist du im zentrum.

Aber ich bemerke es fast immer sofort, wenn es losgeht; manchmal kann ich es bremsen, manchmal geht es mit mir durch. Dann schreie ich meine Kinder an. Was aufgehört hat, ist das "hinterher mich selber schlechtmachen".

versuche trotzdem, bei allem trubel gerecht zu sein.

Ich bin jetzt einfach so da drin, manchmal in tiefer Trauer, manchmal einfach nur so. Kein Ziel, kein Wunsch. Ausser, dass alle aussen Beteiligten nicht so unter mir leiden sollten. Dass ich es mehr in mir halten kann, und es nicht so hervorbricht.
Ja es stimmt, es ist ein totales Alleinsein. Ich suche jetzt, immer mehr das Sein mit mir, im Sitzen, Liegen, Yoga, Feldenkrais, vor allem ohne was zu tun. Dann "tanke" ich.

ja, hingezogen zum all-ein(s)-sein....auch das ist normal.

Bin ich verantwortlich wenn meine Frau nichts für sich selbst tut?
nein.
Dass sie, wenn ich ihr anbiete freie Zeit für sich selbst zu verbringen, das nicht tut?

du bist nicht fuer sie verantwortlich. lass es an besten ganz sein, irgendetwas von ihr zu erwarten, was mit persoenlichkeitsentwicklung im weitesten sinne zusammenhaengt.

Dass sie mir vorwirft Ego zu sein?

kuemmere dich nicht drum, was sie ueber dich sagt. stecke es in die kiste, in die du alles fuer dich bedeutungslose reintust.

Ich denke mir jetzt sehr oft, dass ich sie nicht hätte heiraten sollen.

gewoehne dich daran, alle in der vegrangenheit getroffenen entscheidungen (vor 5 minuten oder vor 5 jahren ist gleich) samt ihrer konsequenzen 100% ohne bedauern zu akzeptieren, und zu den folgen, die das jetzt fuer dich hat, zu stehen.
ich konstatiere was ist.
alles war so wie es war. punkt.
alles ist so wie es ist. punkt.
ich mache das, was ansteht. punkt.
nicht mehr und nicht weniger. punkt. 


***

Es ist komisch, aber alles das, mit dem ich gekämpft habe, hat aufgehört. Kaum noch Schreierei, kaum noch Aergern, das ist alles irgendwie weg.
Und das macht mich misstrauisch, weil ich denke, es muss weh tun. Du hast auch von existentiellem Leiden gesprochen. Es ist mir zu einfach, einfach so zu leben, ohne ein Leiden zu
spüren. Ich denke mir, es ist dann nicht richtig, wie ich es gerade jetzt mache.
Wenn ich dann dieses Misstrauen mal beiseite lasse, lebt es sich so sehr schön. Ich kann auch locker mit den Leuten kommunizieren, die mich sonst auf die Palme bringen. Ich erlebe mein Leben aus der "hinten" Perspektive und das ist schon was tolles.
Ich würde mich freuen, wenn Du mir dazu etwas schreiben könntest, Wolfgang, vor allem wie es denn jetzt weitergeht. Im Moment glaube ich einfach nicht, dass ich es richtig mache oder nur weil ich Dir nacheifern will???
alles paletti.
denke nicht daran, wie es weitergeht, lass dich ueberraschen.
lebe (es) und stelle dir keine fragen.

 

***

Die Phasen des "hintenseins" werden nun häufiger und länger. Dann spielt sich alles wie ein Theater in mir vor mir ab. Es ist nicht so wie eine Dissoziation beim NLP, es ist irgendwo zwischen A und Di ssoziation.
Wie wird von wem entschieden was zu tun ist? Wann weiss wer, dass es an der Zeit ist die Stelle zu kündigen?

bist du am ueberlegen, ob du kuendigen sollst?

Ich bin selbständig, da gibts kein Kündigen. Es ist nur so, dass ich mich mittlerweile sehr langweile und keine Lust habe, mich EDVmässig weiterzubilden.
Oder zum Beispiel die Feldenkrais Ausbildung.
Woher weiss ich wann ich die EDV sausen lassen soll und nur noch das andere machen?

mein vorschlag: erstmal alles weitermachen wie gehabt. motiviert oder nicht ist egal.

Es ist mir jetzt als steuere ich auf einen Abgrund zu. Ohne Konzept ohne Regeln.

ja, gut. du wirst dich daran "gewoehnen", dies angstfrei zu leben.

Kannst Du mir "versprechen" bitte, dass egal was immer ich auch hier zusammenschreibe,…

i don't judge what you tell me.

…Du mir irgendwie die Treue hälst? Ich habe Angst damit alleine zu sein, Wolfgang.

ich kann dir das versprechen nicht geben, da ich sonst die realitaet de(ine)s (und meines) alleinseins leugnen wuerde.
ausserdem gibt es eine weitere realitaet: wie jeder mensch, so kann auch ich in jedem moment sterben.
vorschlag: alles, was du umsetzt, immer unter dem aspekt behandeln, dass ich ploetzlich nicht mehr da sein werde.
normalerweise bin ich natuerlich weiterhin fuer dich da. aber du solltest dich nicht darauf verlassen. es ist nicht akzeptabel, dass du in irgendeiner weise von irgendetwas oder irgendwem abhaengig bist.
frei sein heisst auch frei sein vom lehrer.
ausserdem kann es sein, dass ich dir, in deinem interesse, einmal sagen werde, dass ich fuer eine bestimmte zeit nicht mehr als ansprechpartner zur verfuegung stehe.
damit alleine zu sein, ist normal und unabdingbar. finde die moeglichkeit in dir, ohne diese angst damit alleine zu sein. this is possible. und wenn dann aus der angst existentielles leiden entsteht (muss aber nicht unbedingt sein), dann wundere dich bitte nicht.

 

***


So wie es jetzt ist, hat das Leben keinen anderen Sinn als zu sein.

ja.

Liebe, Hass, Trauer sind alles vorbeiziehende Erscheinungen, die keine Basis für ein Leben sind.

ja.

Vater, Mutter, Frau, Mann, Kind alles Konzepte sind ohne tiefere Bedeutung.

ja.

Es ist auch letzlich egal, wie und womit man was an Geld verdient.

ja.

Letztendlich spielt es keine Rolle, ob und wie man lebt.

ja. es gibt keinen grund zu leben, und es gibt keinen grund, nicht zu leben.
nur, wenn man schon lebt, sollte man dafuer sorgen, genug zu essen zu haben und nicht frieren zu muessen.

Es gibt eigentlich nichts über etwas zu reden, trotzdem und gerade ist mir der Kontakt wichtig.

wie gesagt: die worte sind nicht das worueber wir reden.

Denn wenn das, was ich da oben geschrieben habe, so ist, dann ist ein menschliches Leben

ja, es ist. punkt.

wirklich trost-los.
trostlos im herkoemmlichen sinne nur dann, wenn man es vom standpunkt der identitaet betrachtet. und wenn man es vom standpunkt der nicht-identitaet betrachtet, stimmt es auch: das leben braucht keinen trost.
Ich glaube mal, dass das noch nicht der endgültige Stand ist, sondern so ein Zwischending.

gut formuliert. diese "zwischendinger" veraendern staendig ihren inhalt, aber trotzdem werden sie immer "zwischendinger" bleiben. bleibe also in den "zwischendingern" und erwarte nicht, das dies einmal aufhoert..
Ich mache weiter und bleibe dabei, bin in meinem Job und meiner Family.

gut.

 

***

Woran merke ich denn dann, dass ich über den Berg bin, woher weiss ich wann ich "erleuchtet" bin?

das ist bei jedem anders. ich weiss nicht, wie sich das bei dir aeussert. eines ist sicher: es ist niemals so, wie man es sich vorstellt oder vorgestellt hat.
und es ist nie (er)fassbar.
wenn du das buch "tao te king" zur hand hast (uebersetzt von richard wilhelm), dann lies mal darin.
hier ein auszug:

 

The TAO that can be expressed
is not the eternal TAO.
The name that can be named
is not the eternal name.
'Non-existence' I call the beginning of Heaven and Earth.
'Existence' I call the mother of individual beings.
Therefore does the direction towards non-existence
lead to the sight of the miraculous essence,
the direction towards existence
to the sight of spatial limitations.
Both are one in origin
and different only in name.
In its unity it is called the secret.
The secret's still deeper secret
is the gateway through which all miracles emerge.

Wozu dann das Ganze, wenn sich nichts ändert, warum sich bemühen?

diese frage stellt sich hinterher nicht mehr.
wenn du angekommen bist, dann stellst du dir ueberhaupt keine fragen mehr - nach dem sinn.
und du machst alles so weiter wie gehabt (warum auch nicht, wenn du dort zentriert bist, wo immer alles okay ist), wahrscheinlich besser, weil du keine unrealistischen ansprueche mehr an dich hast und auch nicht mehr gegen unaufloesbare widerstaende ankaempfst.
und es gibt kein unnoetiges leiden mehr, weil du gelernt hast, was akzeptieren bedeutet.

Ich suche fieberhaft nach etwas zu tun. Etwas um es zu beschleunigen.
Ohne dieses NICHTS um und in mir.
Nicht dieses ZULASSEN und SEIN, sondern MACHEN und TUN.

das klingt wie eine falle, in die du zum glueck noch nicht reingefallen bist.
also, obacht gem!

Es ist so frustrierend, es gibt keine Standortbestimmung. Ich weiss nicht wo ich bin,
und wie ich weiterkomme, und wielange ich brauche, um wohinzukommen.

so ist das auf dem weg nach nirgendwo. gewoehnugssache.
klar, dass die identitaet frustriert ist, wenn du ihr den hahn zudrehst.

Es ist aber auch kein STUCK. Es ist, als würde etwas was tun, und das bin nicht ich. Irgendwie komisch.

klingt gut und richtig. alles gewoehnungssache.
ist nicht auch gleichzeitig alles viel einfacher, simpler?
und die identitaet denkt abschaetzig: "was, so einfach ist das, da stimmt was nicht, das kann es doch nicht sein".

Ich lasse es weiter zu.

sehr gut.

***


Zum erstenmal wache ich heute morgen auf und habe Angst. Es ist wie eine Klammer um mich, es ist wie eine innere Not. Eine Art Panickattacke. Wie gefangen, wie "Es ist alles aus".

einfach nicht drum kuemmern.

Ich vermute mal ein Ablebenssignal der Identität. Ihre Trauer und ihre Not, die ich immer für meine eigene hielt, und die mich abhielt weiterzumachen. Es ist ein furchtbarer Kampf, "Warum verrätst Du mich, warum machst Du bei einem solchen Mist mit?"

stelle dir mal folgende frage: "...und wenn ich jetzt damit aufhoeren wuerde?"

Ich weiss nicht wohin es führt, und wer nacher dabei rauskommt.

es fuehrt nach nirgendwo und niemand kommt nachher dabei raus.

Es ist so, dass ich nicht glaube, dass es sich lohnt und nicht glaube, dass es sich nicht lohnt; es ist egal.

am besten du hoerst gaenzlich auf zu glauben.

Es ist so eine Grundzuversicht, ohne Grund. Eine Art Urvertrauen in das Sein. Ein Sein das keine Gründe braucht, keine Rechtfertigung, keine Leistung. Ist das "I am THAT" wo Nisargadatta draus spricht?
kann schon sein.

Auch egal.
Ich freue mich jedesmal auf und über Deine Mails Wolfgang. Ich lache so oft, es tut gut. Ist die Wilhelm Übersetzung des I-Ging von Diederichs im Gelb-Grünen Taschenbuch??

also, erstens, soweit ich mich erinnere, sprach ich vom tao te king und nicht vom i-ging. und zweitens, ich bin seit fast 20 jahren in frankreich. woher soll ich da wissen, ob das buch gelb-gruen oder blau-weiss ist? und uebrigens, um missverstaendnissen vorzubeugen: es handelt nicht von sportvereinen. hahaha. und auch wenn es um einen chinesischen weisen geht, muss es dann gleich gelb-gruen sein? hahaha. :)

***

Gestern habe ich völlig vergessen mich um meine Erleuchtung zu sorgen und etwas dafür zu tun.

gutes zeichen.
bitte schreibe mir beim naechsten mal mehr darueber, wie genau du meine vorschlaege umsetzt, und weniger darueber, wie es dir (er)geht. danke.

Es war auch so, als würde "es" sich mir entziehen.

und heute leidest du wieder unter "entzugserscheinungen"?:)

Es war mir alles scheiss-egal, auch und besonders alles was mit Selbsterfahrung und Erleuchtung zu tun hat.  Ja, es ärgerte mich, mich überhaupt darum zu kümmern.

very good.

Dann dachte ich,

daes wor dr faehler...:)

ob das eine Identität ist, und ob sie sabotieren will?
Mit diesen Gedanken schlief ich ein um heute morgen im alten Trott aufzuwachen. Stress mit mir, den Kindern und meiner Frau.
Es ist deprimieren nervend und frustrierend. Es dreht sich alles im Kreis.
Das "aussen" wir immer bedrückender und schlimmer. Ich bin überhaupt garnicht mehr zufrieden, von Glück ganz zu schweigen.
In einer der zahllosen Auseinandersetzungen wollte meine Frau wissen, warum ich überhaupt noch hier bleibe. Ich habe gesagt dass es keinen Grund gibt zu gehen und ich zu meiener Entscheidung von damals stehe.
Und ich bleibe, bis sich etwas anderes ergibt.

gut.

Es ist soviel Leiden da, Wolfgang, in mir das ist klar. Aber auch bei meiner Frau und bei meinen Kindern und das finde ich nicht OK.

alles war so wie es war, und alles ist so wie es ist. punkt.
nicht ok ist es , dass du dies nicht ok findest.
nicht, dass du es ok finden solltest, aber anstatt es irgendwie zu "finden", einfach aus dem moment heraus spontan handeln lassen und "befindungsdiagnosen" gar nicht erst ernstnehmen.
konstatieren. punkt. anstatt interpretieren oder als gut oder schlecht befinden.

Es ist doch meine Sache was hier abläuft. Aber wenn es mich packt, dann kann ich nicht mehr nett sein. Kann man das von einem NLP Master verlangen, dass er sich in einer solchen Lage nach außen hin als nett und umgänglich gibt, auch wenn ihm nicht danach ist?

ja.

Du hast mich gebeten, mehr darueber zu schreiben, wie genau ich deine vorschlaege umsetze. OK here we are.
Zunächst lese ich nur die Bücher die Du vorschlägst. Ich suche keinen anderen Lehrer oder Ideen.

okay.

Ich achte auf mein Gewahrsein. Das heisst folgendes:
Ich erlebe bewusst die unerträglichen Situationen in meinem Leben
Ich lasse sie zu ohne sie zu verurteilen.
Ich akzeptiere mein SO SEIN.
Ich akzetiere alles als vorübergehende Erscheinung.
Ich TUE nichts mehr aktiv dafür (Meditation etc.).
Ich höre auf mich mit anderen zu vergleichen.

gut.

Ich trachte nicht danach mich zu befreien.
Ich bleibe bei meiner Family.
Ich bleibe in meinem Job.

gut.

Ich habe aufgehört mit meinen Eltern und meiner Kindheit zu hadern.
Ich habe meine Eltern als gegeben akzeptiert.
Meine Kindheit sind Erinnerungen an Erlebnisse, geschehen...

(ich fuege hinzu:) ...und meine sichtweise ist nicht die logische konsequenz meiner vergangenen erlebnisse.

Ich trenne nicht in Wolfgangs Ratschläge und anderes, ich lese was Du schreibst, setze es um und vergesse, dass es von Dir ist.

okay.

Ich praktiziere sehr Gegenwartsbezogenes Sein. Ohne Flucht in Romanzen, ohne Wut auf die Vergangenheit.

sehr gut.

Es mehr Sein als zuvor. Wut, Liebe, Hass und Sex kommen und gehen. Das ist für mich das grösste.

kommen und gehen. heisst das, dass wenns vorbei ist, es in der egel vollkommen vorbei ist, ohne ueberhang? dass es oft passiert, dass sich dissoziation vom erlebten unmittelbar im anschluss herstellt?
Ja es ist wie ein Flur mit Türen, ich gehe von Raum zu Raum.
sehr gut.
Aber genau läuft es so ab:
Eine Situation entwickelt sich und ich reagiere. Während der Reaktion denke ich,
"hör auf das ist unangemessen." Und dann folgt, "nein es ist echt und ich mach das jetzt."
Hinterher meint dann meine Frau es wäre nicht nötig gewesen und ich habe KEINE Schuldgefühle mehr, es ist vorbei und ich fasse KEINE Vorsätze für das nächstemal.
gut, keine vorsaetze.
Ich lese Siddartha nicht mehr.
Ich sehe "Den Herrn der Gezeiten" nicht mehr.
Ich sehne mich nicht nach meiner grössten Liebe.

sehr gut.

Ich setze keine Techniken ein, es hat für mich etwas sehr Natürliches.
Was noch nicht geht sind die Zustände wechseln wie es angemessen ist.

das kommt von alleine, wenn du dich daran gewoehnt haben wirst, ohne konzepte (natuerlich und einfach, wie ein kind) an die dir begnenden situationen und personen heranzugehen.

Das hat mich schon immer im NLP geärgert, dieses Geschauspielere, nicht authentisch seiende.
Authentisch heisst ein Zustand kommt von Innen heraus. Nicht authentisch heisst, ich überlege mir freundlich zu sein. Wenn ich innen SO bin und aussen ANDERS, das ist dann für mich schauspielerei und das hasse ich, weil es meine Mutter immer so gemacht hat.

um deine identitaet zu entwickeln, hast du es sicher seinerzeit gebraucht, dich von diesem verhalten deiner mutter abzugrenzen.
lass deine mutter beiseite und probiere weiter.
die meisten identitaeten (ich koennte auch "nicht-erleuchtete-menschliche-lebewesen" sagen) brauchen einerseits staendig das sich-abgrenzen gegenueber dem verhalten anderer, und sie suchen andererseits gleichgesinnte, um sich dann durch gleiche lebensphilosophie bzw. verhaltensweisen gegenseitig in der richtigkeit ihres verhaltens zu bestaetigen.
was ich lehre, hat mit all dem natuerlich nichts zu tun.
freiheit hat weder mit sich-abgrenzen, noch mit bestaetigung zu tun.
nicht-identitaet: hier passen sich die verhaltensweisen den umstaenden an.
es sind die umstaende, die dein verhalten bestimmen, der jeweilige kontext, und sonst nichts. hier brauchst du dich weder abzugrenzen, noch dich zu bestaetigen.
sei immer auf der hut, wenn folgendes passt: "ich definiere mich dadurch, dass ich ... bin". (in deinem fall: authentisch).
wenn du dich durch nichts mehr definierst, dich nicht abgrenzt, keine bestaetigung durch dein handeln oder nicht-handeln erhaelst oder suchst, dann bist du. die jeweilige situation bringt von selbst die entsprechende
antwort/reaktion hervor. das braucht nicht zu heissen, freundlich zu sein.
uebergangsweise wuerde ich dir vorschlagen, in schwierigen situationen eine sekunde zu warten, bevor du was sagst.
probiers aus.
bitte frage, wenn dies noch nicht klar ist.
Ich betrachte es als ein Spiel (meinen Job). Ich spiele es schon teilweise bewusst. Und dann lasse ich es, so wie es kommt.
gut.
Am stärksten praktiziere ich wohl das Nicht-Tun.
hast du mittlerweile das tao te king aufgetrieben und gelesen?
Ja, ich habe das farbige R.Wilhelm Buch gefunden. Diederichs Gelbe Reihe Band 19. Ich habe schon darin gelesen, es ist ein biserl komisch Tao mit Sinn übersetzt zu sehen.
macht nix. vorschlag: das wort "sinn" beim lesen einfach wieder in "tao" zurueckuebersetzen :)

***

Ja, so könnte man es sagen. Aber genau läuft es so ab:
Eine Situation entwickelt sich und ich reagiere.
Während der Reaktion denke ich, "hör auf das ist unangemessen."
Und dann folgt, "nein es ist echt und ich mach das jetzt".
Hinterher meint dann meine Frau es wäre nicht nötig gewesen und ich habe KEINE Schuldgefühle mehr, es ist vorbei und ich fasse KEINE Vorsätze für das nächstemal.

gut, keine vorsaetze.

Ich habe Dissoziation gelernt als mich selbst in der Situation sehend. Das ist bei mir anders. Es ist zwischen ganz verhaftet sein und völlig losgelöst.

klingt gut. entweder du bist in der scheisse oder du bist es nicht :)

Ich spüre einen Impuls. Ich prüfe ihn ob die Umsetzung Schaden bedeutet.
Wenn nicht, dann setze ich ihn um. Das ist echt und authentisch.

klingt gut.

Ich spüre einen Impuls. Stelle fest dass er unangemessen ist und tue etwas gegenteiliges. Das ist unecht, geschauspielert, NLP!

aber eben manchmal der situation angemessen. du brauchst dich nicht mehr als "authentisch" zu definieren. sei locker und leicht: sei voller widersprueche. mal authentisch, mal arschkriecher, mal engel, mal dies und mal das.

Ich spüre einen Impuls und erlebe dass er von mir sofort umgesetzt wird ohne einen Check. Das ist das echteste, oft aber auch Scheisse.

daher meine empfehlung von letztens: eine sekunde pause.

Das ist mein Grunddillema: Du sagst alles ist OK. Dann ist es auch OK wenn ich meinem blöden Nachbar auf die Nase haue. WOHER KOMMEN DIE KRITERIEN ETWAS ZU TUN; WANN DULDE ICH; WANN HAUE ICH ZU?

es gibt keine kriterien. du weisst es immer erst, wenn du in der situation
bist.
zum letzten mal: es gibt keine regeln. und es gibt keine handlungsanleitungen. jede situation erschafft ihre eigenen regeln.

Ich sehe mein Kind macht etwas, ich habe den Impuls zu brüllen und tue es. Wie kann ich da unterbrechen? Wie kann ich das entkoppeln? Wann soll ich meine Eltern nett behandeln, wann konfrontieren und wann hinauswerfen?
verdammt noch mal, es gibt keine regeln, wenn du frei bist.

Wie ist das für Dich, Wolfgang? Liebst Du deine Familie? Was ist wenn Dein Kind dich ärgert, spürst du das? Was wenn es verletzt ist, bist Du verzweifelt?
Du hast den Impuls eine andere Frau anzusprechen, wie gehst du damit um?
Du hast den Impuls eine Sprache zu lernen, was machst Du?

das sind alles verallgemeinerungen. und die gibt es fuer mich nicht. es gibt nur konkrete situationen, und die sind immer wieder anders.
eine beantwortbare frage waere zum beispiel: als dich dein kind gestern morgen in der küche in den hintern gezwickt hat, wie hast du da reagiert?
das leben ist eine aneinanderreihung von fakten. punkt. ich habe keine handlungstheoreme. ich handle nicht nach regeln. selbst wenn ich 10 mal dieselbe situation erlebe, kann es sein, dass ich jedesmal anders reagiere (paradox: es kann sein, dass ein aussenstehender - nicht jeder – sagen koennte , dass ich immer gleich reagiert habe).
ich weiss im voraus nicht, was ich im naechsten moment sagen, schreiben oder tun werde.

Ich für mich fühle mich meinen Impulsen ausgeliefert, hilflos.

hilflos, gut.
so, jetzt spuere diese hilflosigkeit. assoziiere dich damit. und lass geschehen, was kommt.

Sie machen oft was für mich und ich hänge dann drin.

wie war das noch in einem der letzen mails, als du von dem flur mit den vielen tueren sprachst?

Ist es da mit wahrnehmen, wahrnehmen getan? Wann kommt die Aktion?

mach dir einfach keine gedanken ueber die aktion. sie kommt von alleine. und assoziiere dich sooft es geht mit der hilflosigkeit.

***


Ich beherzige Deinen Rat bestimmte Gedanken einfach zu stoppen. So z.B. gestern
habe ich beim Spaziergang einfach jeden innerlich zur Sau gemacht.
So überlegen und so von oben herunter. Da dachte ich STOP und dann kam die Angst, mein "Unterlegenfühlen". Und auch damit hörte ich dann auf.

STOP ist das beste was du machen kannst, wenn dein nervensystem anfangen will, nervende gedanken aus der vergangenheit oder nervende emotionen zu produzieren.

Ich hänge nicht mehr im "es wäre schön wenn ich woanders wäre" herum. So kann
ich nun nach einem furchtbar stressigen Tag bei einem Kunden, ruhig im
Hotelzimmer sitzen und dir schreiben.
Ich brauche keine Anerkennung für meine Arbeit, ich tue sie einfach und dann ist es gut.
Ich bemerke wenn ich mal angeben will und dann kann ich weitermachen oder aufhören.
Ich bemerke dass ich Spott und Kritik aushalten kann. Es ist irgendwie keiner da, der sich getroffen fühlt. Ich konnte auch nachfragen ohne mich zu schämen.
Aber ich halte meinen Vater für einen Idioten.

dein vater existiert fuer dich nur, wenn du ihn siehst oder hoerst. es ist nur dann sinnvoll, ueber andere nachzudenken bzw. seine/ihre verhaltensmuster zu analysieren, wenn organisatorisch-funktionelle
angelegenheiten mit dieser person zu erledigen sind.

 

***


Ich beobachte meine Selbstgespräche und stelle fest, dass ich oft Vorträge halte. Z.B. für ein NLP-Seminar. Ich kann dass nicht so einordnen, Angst vor Ruhe und Einsamsein?

nein, wohl nicht.
der innere dialog ist nuetzlich zum vorbereiten von zukuenftigen projekten/planungen. ueber ihn kommen die ideen und intuitionen ins bewusstsein, die man diesbezueglich hat - oft begleitet von angenehmen (vor)gefuehlen. du brauchst ihn nur dann zu stoppen, wenn sichs im kreise dreht.

Wenn ich dann mal das "Gefühl" Ich bin habe, dann gibt es auf einmal nichts mehr zu sagen.

was ist "gefuehl ich bin"?

mmmmmmmm. Wenn ich einfach so bin, ohne mir dessen gewahr zu sein. Das Gefühl ist ohne Worte. Erst wenn die Worte kommen weiss ich dass ich es eben hatte. Ist etwas verworren, aber ich komme damit klar.

das klingt gut. sieht so aus, als ob das "nichts" einzug haelt.

Wie ist das, wenn ich mich akut über jemanden ärgere?

bitte nicht in generalisationen denken.

Konkrete Situation:

besser.

Heute in einer Besprechung machte jemand einige Bemerkungen, die mich sehr
geärgert haben. Ich wollte diesen Ärger zum Ausdruck bringen und hatte Angst davor.
Was soll ich damit machen?

es haengt vom ziel ab. einfach nur den aerger rauslassen bringt nichts. da ist es besser, deine hilflosigkeit zu spueren (die sich hinter der anst verbirgt). dies hat auch den vorteil, dass du seinen standpunkt/seine sichtweise besser=emotionslos analysieren kannst.
wenn aerger ausdruecken ein strategisches mittel sein kann, z.b. dazu fuehrt, dass der andere dich dann (voraussichtlich) mehr respektiert, dann ist es okay. dabei ist dann zu beachten, dass man die "richtigen", d.h. angebrachtesten worte benutzt, die dann (voraussichtlich) beim anderen die gewuenschte verhaltensaenderung
hervorbringen bzw. die situation klarstellt.
braucht einige uebung und klappt umso besser, je besser man den anderen kennt.
ökologische aspekte und eventuelle konsequenzen in allen dazugehoerigen kontexten unbedingt miteinbeziehen.

   ***      ***     ***

 
POSTSCRIPT
This Document was written by me (M.) after some special experiences.

It is written to my friends. They asked about what happended there.

In may 1999 I was invited by a master NLP Group in South France. Before that I had a very intensiv contact to the trainer of this group whom I call W.

I was in a very critical state. I looked forward to leave my family, my kids, my job. I was so suffering that I wished do be dead. I read and read and read and tried and tried to get rid of this suffer. The suffer was my basefeeling. Everthing I experienced through this suffer. I was very hopeless.

Now W. gave me some very direct hints:
-don´t leave family, job etc.
-stay as "normal" as possible
-as it is, it is ok
-begin thought control, stop "murder thoughts" and feelings
-read only a few books like Nisargadatta

Nearly daily we changed E-Mails. I acepted him as a teacher. I was so amazed that he answered my mails. He was present and he answered my questions and gave me hints. I acepted this hints. BUT the suffer was there, I was very unliked in my family. There was a permanent inner crying the whole time.

Then he invited me into one of his study groups. And after checking schedule I said yes. In May 1999 I flew to france.

That was a four day trip and it happend.

I met W. and the group. The group
- very "normal" people
- no games playing
- acceptance of each individual
- a kind of "love" i felt only in Findhorn Foundation before
- smoking and coffee drinking, no magic, no rules
- W. was the trainer but also not special
- Sitting in talking, sitting in silence, in laughing

And W. asked me why I come and I told about my suffer and inner crying. And one member of the group talked and "worked" with me. And with his help I faced and experienced my sufferness - and got through. Behind the suffer there was --------NOTHING-------. I experinced to be nothing, part of the Nothingness. The others were very present, they didn´t "observe" me in clinical way, more then "we know what is going on, go on follow your way, we are there"
After that my body didn´t work very well. I was very disorganized. It took a time until I was able to walk well.

From that moment on, everything was like before and simultanously totally different. So my suffer was there too, and my thoughts and my emotions, BUT I experinced them in a very other way. They didn´t grap me. It was more like watching a movie. I was able to stop it, to watch it or whatever.

So I shared intensiv time with the others, eating, drinking, playing, silently, loudly, smoking, sleeping, teaching, talking, explaining, feeling, listening, sharing sharing. And the more I gave, the richer I become.

What I took with me:
- there is often a big tiredness, within that the suffer and the thoughts, and the Identities are not so strong, it is OK to be in that
- forgetting things, I knew very well, is also OK, try to organize with schedules
- act as normal
- be present, only in present time can things be done
- NO RULES NO JUDGEMENT EVERYTHING IS AS IT IS


What has changed in my life after that:
- I stayed with my family, BUT I see the women in the world and that is very OK
- I stopped reading spiritual books! Enough,- for this time, who knows what is in 5 min.
- I am unliked in my family as before, I am angry and shout sometimes BUT the situation is finished after that. There is no later judgement of myself.
- I am able to show my love in my family
- I accepted my parents as they are. Of course I feel like a little boy when I met them, and I am angry about the past BUT it doesn´t grap me. The need to change them has gone.
- I do my job quite normal, don´t need to be the best.
- The moments of being with myself become longer and longer. Sitting in the world watching, listening,- using no method
- Stop to learn techniques and methods as rule, only as need
- Drink french red wine
- I feel very present but not hooked. It happens and I feel angry, happy or whatever. And then the next comes and the next and the next ... Moment by moment. No vision, no spiritual goals
- I ve lost those live goals. My goals are the next glas of wine, or coffee or coke; the next music; the next song or whatever; to have enough money
- I ve lost the need to be special or important
- I love my tiredness and the moments when I am present like the beam of a laser
- I do my daily work directly, washing the dishes, cooking meals moment by moment
- My family thinks like before that I am very crazy and not normal ....
- My identities are there like before, BUT the hook doesn´t hook so often
- I am angry about stupid car drivers like or the train company like before, BUT no hook
- I see women and imagine to have sex with them AND around the corner there gone ...
- I like to lunch in McDonalds in the same way like in first class hotels, NO RULES NO JUDGEMENT
- The need for big holidays in other countries left. BECAUSE everything is here
- The need to impress others left. BUT if like I can impress.

So, as you read, there are no names in this text, include myself. Goodbye.