Jeff Wises:
Ich war 19, als ich eines Tages, wie aus heiterem Himmel, ein Erlebnis hatte, das man als "existentiellen Durchbruch" bezeichnen könnte und das mein ganzes Leben verändern sollte. Von einem Moment zum andern war ich frei. Es war so, als ob alles, was vorher in meinem Leben passiert war, so angelegt war, dass es auf diese Apotheose zusteuerte. Nach einiger Zeit jedoch liess die Intensität dieser Erfahrung nach, und ebenso das sie begleitende unbeschreibliche Freiheitsgefühl.
Vorher hatte ich nie mehr als den Buchrücken eines Buches gelesen, hinterher las ich mehr als ein Buch pro Woche (Persönlichkeitsentwicklung, Meditation, Psychologie, Metaphysik usw.). Ich wollte mit allen Mitteln herausfinden, was mir da widerfahren war. Das, was meinem Erleben am nächsten kam, war Zen. Aber da ich partout kein Klosterleben führen wollte, befürchtete ich schon, dass jetzt alles verloren sei. Es war eine ganze Zeitlang so, dass ich darauf wartete, "erleuchtet" zu sein, damit mein Leben endlich anfangen kann. Jedenfalls dachte ich, dass ich verloren sei, solange dieses magische Erleben nicht wiederkam.
Das Leben ging aber weiter, ob ich nun erleuchtet war oder nicht. Die Rechnungen mussten schließlich bezahlt werden. Zumindest konnte ich während der "unerleuchteten" Phase meines Lebens versuchen, glücklich zu sein. Nach einiger Zeit konnte ich aber dem nagenden Wunsch, dieses "Erleuchtung" genannte Etwas zu suchen, einfach nicht mehr widerstehen.
Eines Abends im Jahre 1998 entdeckte ich Wolfgangs Webseiten. Ich hatte sofort das Gefühl, dass mir dieser Typ weiterhelfen könnte.
Wir begannen einen e-mail-Dialog, der mich dazu brachte, nach und nach alle meine Vorstellungen über "Erleuchtung", über innere Arbeit und insbesondere über den "Sinn des Lebens" über Bord zu werfen. Wir schrieben uns regelmäßig e-mails, und ich bin sicher, daß Wolfgang spürte, wie wichtig mir all dies war.
Ich erinnere mich, wie ich nach Feierabend als erstes zum Computer eilte, um zu sehen, wie es weiterging. Ich versuchte mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln dahinterzukommen, was er meinte. Was er schrieb, mutete völlig unsinnig an und doch war da etwas, was Hand und Fuss zu haben schien. Es war so, als ob ich einerseits die Unwiderlegbarkeit des Geschriebenen anerkennen musste, andererseits aber war es mir unmöglich, mir dessen bewusst zu werden. In diesem Schlamassel blieb ich bis zum Schluss.
So ging es einige Jahre weiter. Während dieser Zeit schuf ich mir elementare mentale Werkzeuge, z. B. das absichtliche Steuern innerer Vorgänge und "den Dingen ihren Lauf zu lassen". Diese Lernprozesse fanden durch Fragen und Antworten, aber auch durch Wolfgangs gezielte Instruktionen (mit Feedback meinerseits) und durch seine Feedbacks zu meinen Erfahrungsbeschreibungen statt. Nach und nach fand ich heraus, dass es Glaubenssätze über mich selbst, andere, und das Leben waren, die meine Wahrnehmung der Reinheit des Augenblicks vernebelten.
Der Geist dieser Dialoge durchzieht seither ständig mein Alltagsleben. In gewisser Weise könnte man sagen, dass Wolfgangs Lehre ein Teil von mir geworden ist. Ich bin dankbar, einen kompetenten, respektvollen und um mein Wohlergehen bemühten Instrukteur gehabt zu haben.
Ron Pelton:
Meine Suche nach Selbstbefreiung begann vor 30 Jahren, ohne dass ich mir dessen wirklich bewusst war. Ich dachte, es sei an der Zeit, dass ich mich mal für Psychologie, Philosophie und Religion interessieren sollte. So las ich dann alles, was mir unter die Hände kam. Gurdjieff, Perls, Watts, Zen, Rajneesh, Sufismus; ich brauchte nur einen unbekannten Begriff zu hören und schon machte ich mich ans Lesen und Vertiefen.
Nach und nach wurde dies zu meiner Leidenschaft: Bücher kaufen und lesen, immer mehr Wissen anhäufen, immer auf der "Suche" nach Antwort. Ich wechselte von einer Methode zur nächsten, von Tradition zu Tradition, von einer Modalität zu anderen. Und eines Tages kam es mir dann: das, was ich suchte war: Ich. Wer bin ich? Warum bin ich hier? Was ist mein (und unser aller) Ziel?
Vor etwa 3 bis 4 Jahren stiess ich dann wieder auf Advaita, die Lehren von Ramana Maharshi, Nisargadatta Maharaj and Stephen Wolinksy. Und erneut fing ich an, alles in mich hineinzulesen, es regelrecht zu verschlingen, immer mit dem Ziel und der Hoffnung, mein wahres Selbst zu finden, meine Selbstbefreiung endlich zu erfahren. All diese Lehrer/Lehrmethoden fühlten sich authentisch an hatten den richtigen "Klang".
Über Wolinsky fand ich dann zu Wolfgang Bernard, dem ich, nachdem ich sein Buch "In sich hinausgehen" gelesen hatte, eine e-mail schrieb. Ich fühlte irgendwie, dass er mir bei meiner Suche weiterhelfen könnte und fragt ihn, ob dies eventuell per e-mail möglich sei. Dies war ziemlich ungewöhnlich für mich, denn ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nie irgendeine Lehrer-Schüler-Beziehung angestrebt, sondern es vorgezogen, den Weg im "Alleingang" zu beschreiten.
Wolfgang war meinem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen und schlug vor, dass wir einfach mal anfangen und sehen, was draus wird.
Der e-mail-Dialog dauert nun seit 3 Monaten an, und ich bin immer sehr gespannt, was als nächstes ansteht. Manchmal stellt er mir Fragen, die von Herz zu Herz sprechen, manchmal kommen Instruktionen, die formal den "Pointing Out Instruktions" (den "auf etwas hinweisenden Instruktionen") der Dogchen-Tradition ähneln, welche die Wachsamkeit fördern; und es gibt "aha"-Erlebnisse: Momente, in denen ich denke oder fühle, dass "ich" es "kapiere".
Ich bin neugierig und offen für alles, egal wie sich was auch immer entwickeln wird, aber ich hoffe natürlich, dass die Beziehung zu Wolfgang weitergeht, zumindest bis ich endgültig von meinem Traum erwacht sein werde.
Adrian:
Nun, da Ihr gerne wissen möchtet was geschah: Angefangen hat alles, indem es immer/nie war. Was? Wie soll ich über "etwas" schreiben, das weder ein noch kein "Nicht-etwas" ist? Und doch... ist da ein "Etwas", das sich weder erfassen, noch in Worte kleiden läßt. In den Worten, die Ihr lest, ist "Es" also nicht enthalten.
"Wie hat denn nun alles angefangen?" Es war zu keiner Zeit nicht da. "Aber... nun erzähle doch einfach der Reihe nach, was geschah!" Gut, wenn ich den Nicht-Anfang und das Nicht-Ende außer acht lasse, und einfach mal so tue, als ob sich ausdrücken ließe, was unausdrückbar ist...
An einem Herbsttag - ich kehrte soeben von einer längeren Reise zurück - bog ich in den heimischen Gartenweg ein und mich überkam ein überwältigender Duft nach feuchter Erde und der Garten lag in intensiven Farben - es war, als ob ein Regen meine Sinne gereingt hatte. Als Heranwachsendem geschah mir Fremde, Einsamkeit, und ich fürchtete mich davor; versuchte, dem zu entfliehen, wieder zu werden, wie ich
vorher gewesen war. Aus diesen Umständen entwickelte sich mein Leben. Die Jahre vergingen indem ich suchte, - wie jemand, der mit geschlossenen Augen eine Tür sucht, die sich auch nicht ertasten läßt. Ich litt an äußeren Umständen; an Verwicklungen, in die ich mich begeben hatte; die ganzen Verirrungen. Dann wurde ein Seminar angekündigt, das offensichtlich mit mir zu tun hatte; soviel war mir klar. Hatte ich nicht in jungen Jahren von Erleuchtung gehört, und mir alles schön ausgemalt? Zunächst fand also das Seminar statt. Eine Wiederbegegnung mit der
feuchten Erde und den Farben ergab sich. Und dann war da die Antwort auf all meine Fragen: - Nichts. Selbst wenn ich sie in Worte fassen würde - und ich könnte sie in Worte fassen - wären es nichts als Worte: - Wer die Antwort nicht kennt, würde sie nicht verstehen.
Mittlerweile geschehen Wunder. Dabei bin ich mir im klaren darüber, daß sie sich nur in der Zeit ereignen; nur in der Erinnerung, und nur mittels Zukunftsprojektionen. Was nicht war und was nicht sein wird IST. "Konkret" handelt es sich beispielsweise darum, daß sich eine Unmenge an Aktivitäten wie von selbst so in einem engen Zeitrahmen ordnen, und selbst Unplanmäßiges, was in nicht geringem Maße auftritt, sich im Nachhinein als der Sache dienlich erweist, daß selbst geringe Störungen - wären sie denn eingetreten - geradezu zwangsläufig alles über den
Haufen geworfen haben würden. Dabei muß ich gestehen, daß sich nichts geändert hat. Die Sonne scheint jeden Tag, auch wenn es nicht immer so scheinen mag; die Jahreszeiten gehen ineinander über, bis wir wieder ein ganzes Jahr haben, und alles von vorne beginnt; und auch mein Leben: - Dieses hier, ganz konkret! - folgt offenbar einem ähnlichen Lauf.