Schlüsselbegriffe

(in alphabetischer Reihenfolge)

 

* Essentieller Wert
Dieser Ausdruck weist auf die jedem von uns innewohnende Einzigartigkeit des persönlichen Seins sowie all seiner Ausdrucksformen hin. Ihn zu entdecken heißt, ein verborgenes, geheimes Heiligtum in sich zu berühren. Er ist nicht zu verwechseln mit Begriffen wie: Moral, Ethik, Tugend, deren Bedeutung je nach Kultur variiert.


* Existentiell
Dieses Adjektiv bezieht sich auf jene Dimension des Menschseins, die sich jenseits von intellektuellem und gefühlsmäßigem Verstehen befindet. Sie umfaßt all das, was der menschliche Geist nicht repräsentieren kann: das Unnennbare, die Nicht-Identität, die alles verbindende Struktur; all das, was der Mensch ist.

* Funktionell
Dieses Adjektiv bezieht sich auf alle inneren und äußeren Aktivitäten des Menschen: seine inneren Zustände, seine Art und Weise, im Leben zu agieren; seine Strategien, sich zu motivieren, zu lernen und zu verstehen; seine Auswahlkriterien; seine Überzeugungen; all das, was der Mensch tut.

* Glaubenssyteme
Glaubenssyteme sind konstituierende Elemente unseres Ich- oder Identitätsbewußtseins. Identität lebt davon, Überzeugungen, Meinungen und Ansichten über jemanden oder etwas zu haben, Personen oder Ereignisse zu beurteilen oder an etwas oder an jemanden zu glauben. (Meist unbewußte) Überzeugungen bestimmen über Erfolg oder Mißerfolg unserer Unternehmungen. Da Grundüberzeugungen unser Ichbewußtsein, und damit den Sinn, den wir unserem Leben geben, aufrechterhalten, sind wir im allgemeinen nicht gewillt, sie in Frage zu stellen.
Gesellschaftlich anerkannte, durch wissenschaftliche Erkenntnisse anscheinend "gesicherte" Postulate sind auch Glaubenssyteme. Sie kranken jedoch meist an dem Irrtum, daß die beobachteten Phänomene für die Wirklichkeit gehalten werden - ohne in Betracht zu ziehen, daß eine Veränderung im Prozeß des Beobachtens die zunächst gezogenen Schlußfolgerungen zunichte machen kann. (Wir glauben seit ein paar hundert Jahren, daß sich die Erde um die Sonne dreht. Aber wer sagt uns, daß nicht eines Tages eine andere Betrachtungsweise des Universums eine wiederum modifizierte Sichtweise, und damit auch wieder ein neues Glaubenssytem hervorbringt?)

* Ökologiecheck
Dieser besteht darin, sich vorab eventueller unerwünschter Nebenwirkungen bewußt zu werden, die durch Verhaltens-und Einstellungsänderungen bei sich selbst oder im eigenen Umfeld auftreten könnten. Die angestrebten Veränderungen werden dann gegebenenfalls modifiziert, bis keine negativen Konsequenzen mehr zu erwarten sind. Diese Vorgehensweise ist ein wichtiger Bestandteil jeder NLP-Ausbildung.

* (Trennende) Identität
In der frühen Kindheit erschaffenes, mentales Konstrukt, das bewirkt, daß sich der Mensch als vom anderen und von der Umwelt getrennt erlebt. Sie öffnet dem Kind den Zugang zur Fähigkeit der Repräsentation und zu all dem, was für ein Leben in der Gemeinschaft notwendig ist. Für den Erwachsenen hingegen wird sie das Haupthindernis, wenn er sich seiner Ursprünge erinnern will und seine Erfüllung anstrebt.

* Ur-Credo
Das Ur-Credo ist der Grundbaustein unseres (immer auf wackligen Fundamenten gebauten) Ichbewußtseins. Es entwickelt sich in der frühen Kindheit. Aus ihm erwächst das, was wir im allgemeinen als "Psyche" bezeichnen. Sein Vorhandensein ist Voraussetzung für die Fähigkeit zur Repräsentation (z. B. Worte und Zahlen, Zeit und Raum, Kriterien und Überzeugungen, Gedächtnis und Erinnerungsvermögen) sowie für all das, was "soziale Verhaltensstrategien" genannt wird. Im Erwachsenenalter, wenn das Ichbewußtsein seinen Reifezustand erlangt hat, wird das Ur-Credo zum Haupthindernis für eine weitere mögliche, über die trennende Identität hinausgehende Entwicklung.

* Vorsinnliche Wahrnehmung
Es handelt sich um die Wahrnehmung unseres Ursprungs und all dessen, was aus ihm in jedem Moment erwächst. "Vorsinnliche Wahrnehmung" ist ein Ausdruck für das Unausdrückbare: die Dimension der ungefilterten Wahrnehmung, die alle Phänomene, wahrgenommene und nicht-wahrgenommene, existierende und nichtexistierende, vereint. Wir sind mit ihr geboren worden und mußten sie vergessen, um unser Ichbewußtsein, unsere Identität, entwickeln zu können. Durch gezielte Vorgehensweisen können wir den Boden bereiten, diese in Vergessenheit geratene, alles miteinander versöhnende Wahrnehmung in uns wiederzuentdecken.